Was ist Ayurveda?
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Der Begriff Ayurveda stammt aus der altindischen Literatur- und Gelehrtensprache Sanskrit und bedeutet so viel wie „Die Wissenschaft vom Leben“.
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Ayurveda ist in Südasien seit über 5000 Jahren Volksmedizin und damit eines der ältesten naturheilkundlichen Systeme der Menschheit.
- Allein in Indien sind mehr als 400 000 ayurvedische Ärzte registriert, an über 250 von der indischen Regierung anerkannten Universitäten und Fachhochschulen wird die ayurvedische Medizin systematisch gelehrt, praktiziert und vom Staat gefördert.
- Lange war Ayurveda im Westen als eine esoterische Wissenschaft angesehen, diese Auffassung hat sich glücklicherweise in den vergangenen Jahren geändert.
- Ayurveda ist keine komplizierte, jedoch komplexe und praktische Wissenschaft des Lebens, deren Prinzipien im alltäglichen Leben eines jeden Menschen anwendbar sind. Ayurveda spricht sämtliche Aspekte des menschlichen Lebens an, mit dem Ziel, Körper, Geist (im Sinne von Tätigkeit des urteilenden Intellekts) und Bewusstsein ins Gleichgewicht zu bringen.
- Ayurveda ist durchdrungen vom individuellen Entwicklungs- und Erhaltungsprozess von Gesundheit. Ayurveda ist trotz seiner uralten Tradition erstaunlich modern, Prävention, Selbstwirksamkeit und Empowerment sind im Ayurveda sehr bedeutend. die Herangehensweisen sind immer sehr individuell auf den jeweiligen Menschen abgestimmt.
- Ayurveda ist ein ganzheitliches Gesundheitsmodell, in dem Ernährungsgewohnheiten, Umgang mit Stress, das soziale Beziehungsgefüge, der Beruf, der Tagesrhythmus, Vorlieben und Abneigungen sowie sonstige Gewohnheiten und vieles mehr eine zusammenhängende Rolle spielen.
- Bei der Konstitution spielt die Lehre von den drei Doshas eine zentrale Rolle.
Die 3 Doshas im Ayurveda
Was sind Doshas?
Aus ayurvedischer Sicht lassen sich die unzähligen Faktoren, die uns und unsere Gesundheit beeinflussen, mit Hilfe von drei Prinzipien bzw. biologischen Programmen beschreiben, die im Sanskrit Doshas genannt werden, was sich am ehesten mit Funktionsprinzipien übersetzen lässt. diese Funktionsprinzipien stellen dynamische Prinzipien dar, sie sind verantwortlich für Körperbau, Charakter, Vorlieben und Abneigungen.
Die Doshas werden Vata, Pitta und Kapha genannt. Je nach Ausprägung der Doshas bildet, sich hieraus der ganz individuelle persönliche Konstitutionstyp, dies hat jedoch nichts mit Schubladendenken zu tun, da es sich bei der Gewichtung der Doshas immer um ganz individuelle Ausprägungen handelt, die so genannte Prakriti oder Grundkonstitution. befinden sich die drei Grundenergien im individuellen Gleichgewicht, ist das die beste Voraussetzung für Gesundheit und Zufriedenheit.
Gerät die individuelle Dosha-Ausprägung aus der Balance, kommt es zu Störungen und es können Krankheiten entstehen. der Zustand des Ungleichgewichts wird im Ayurveda Vikriti genannt, dies bedeutet, das ein Zuviel an Vata, Pitta oder Kapha im Verhältnis zur Grundkonstitution vorhanden ist. Beeinflusst wird das Dosha-Gefüge durch das tägliche Verhalten, das Alter, die Jahres- und Tageszeiten.


Vata
Das Vata-Dosha wird als das Bewegungsprinzip bezeichnet, es entsteht durch die Elemente Äther (Raum) und Luft und ist verantwortlich für alle Bewegungsabläufe im Körper, es regelt die Aktivität des Geistes und der Sinnesorgane, bewirkt Wachheit, Klarheit und Kreativität.
Merkmale von Vata:
Beweglich, schnell, leicht, kalt, subtil, rau und trocken.

Pitta
Das Pitta-Dosha wird als das Stoffwechselprinzip bezeichnet, es entsteht durch die Elemente Feuer und Wasser und ist verantwortlich für die Tätigkeiten des Verdauungssystems und des Stoffwechsels, es regelt den Wärmehaushalt, Intellekt, Hautfärbung, und emotionalen Ausdruck.
Merkmale von Pitta:
Scharf, warm, leicht, flüssig, scharfer Geschmack, leicht ölig.

Kapha
Das Kapha-Dosha wird als das Strukturprinzip bezeichnet, es entsteht durch die Elemente Erde und Wasser und ist verantwortlich für die Körperstrukturen und den Flüssigkeitshaushalt, es verleiht Vitalität und Stabilität.
Merkmale von Kapha:
Schwer, ölig, langsam, kalt, stabil, glatt, fest, träge.